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Geschichte / Gerätehaus / Fahrzeuge

Geschichte

Die Geschichte der Abteilung 03 Herdern

Von der III. Compagnie zur Abteilung 03 - Die Freiwillige Feuerwehr

Die Gründung der organisierten Feuerwehr in Freiburg geht auf die Mitte des vorigen Jahrhunderts zurück. Das historische Feuerwehrwesen entwickelte sich als Folge der Befreiungskriege, der Restauration und der Revolution von 1848. Der Begriff Feuerwehr selbst wurde erstmals in der Karlsruher Zeitung am 19. November 1847 erwähnt. Die ersten Wehren rekrutierten sich aus den Bürgermilizen und den Turnvereinen, deren Mitglieder sich auf das Leiter steigen verstanden. Im damaligen Großherzogtum Baden wurde die Feuerwehr Freiburg am 25. März 1851 gegründet. Der Löschzug Herdern war damals mit vier Rotten beteiligt. Es gibt in den Stadtarchivakten unter dem 16.02.1845 ein Dokument in welchem festgestellt wird: „Die Feuerleiter vom Spritzenhaus in Herdern ist schadhaft geworden, es fehlen 9 Sprossen, eine Zwinge und der Stift am Boden ist verloren gegangen. Die Leiter wurde wahrscheinlich zuletzt von Maurern benutzt, denn selbige ist ganz mit Kalk bespritzt.", was wohl den Schluss zulässt, dass schon vor der eigentlichen Gründung ein organisiertes Löschwesen vorhanden war. Am 11. August 1851 um 10 Uhr rückte das neu gegründete Pompierkorps zur ersten Brandbekämpfung aus. Aus Zähringen war ein Scheunenbrand gemeldet worden, der bereits auf ein Wohnhaus übergegriffen hatte. Alles konnte erfolgreich gelöscht werden. Am 24. März 1855 wurde der Name Pompierkorps in Freiwillige Feuerwehr Freiburg im Breisgau umgeändert und die damals noch vorhandene Bewaffnung aufgehoben.

Unter dem 15.06.1853 ist ein Schreiben vom Commando des Pompier-Corps der Stadt Freiburg an den Obmann der Löschmannschaft in Herdern, Stabhalter Wangler mit dem Inhalt zu finden: „Herdern soll die (Wagen)spritze Nr. 6 erhalten und die Mannschaft soll entsprechend sich einüben lassen. Sie soll sich dazu abends im Spritzenhaus einfinden." 1870 teilt Stabhalter Wangler der Stadt mit, „dass die vorhandene Feuerspritze nicht mehr funktioniere, auch fehle die entsprechende Kleidung für die Mannschaft!" Die Unterbringung der Geräte erfolgte damals in einem kleinen Häuschen (später Malerwerkstätte Sunderer) in der Hauptstraße direkt neben dem Pfarrhaus St. Urban. Im Jahre 1898 konnte ein neues Spritzenhaus bezogen werden (siehe hierzu: „Wo Herderns Floransjünger zuhause waren").

Das stete Wachstum der Stadt verlangte bald eine Neuordnung des Feuerwehrwesens. So wurden 1878/1879 vier Kompanien gegründet, von denen die Herdermer die III. Companie bildeten. In der Freiwilligen Feuerwehr Herdern gab es damals einen ersten Zug (Rettungszug mit 17 Mann), einen zweiten Zug A (Leiterzug mit 13 Mann), einen zweiten Zug B (Leiterzug mit 15 Mann), einen dritten Zug (Hydrantenzug mit 15 Mann) und einen vierten Zug (Spritzenmannschaft mit 15 Mann). Dazu kamen noch zwei Hornisten und ein Trommler, die für die Alarmierung zuständig waren, sowie einen Radfahrer, der vermutlich als Melder eingesetzt wurde. Somit war die III. Companie Herdern bis ca. 1927 mit Stab, Hornisten und Trommler 81 Mann stark.

Mittlerweile ist der Löschzug 3 in Abteilung 03 umbenannt worden. Er zählt zurzeit 26 aktive Feuerwehrangehörige, davon 2 Feuerwehrfrauen, die sich neben aktuellen Einsätzen monatlich einmal zu einer Übung zusammen finden. Es herrscht eine offene und gesellige Kameradschaft. Die freiwilligen, ehrenamtlichen Feuerwehrmänner waren früher meist selbständige Handwerksmeister, in der heutigen Zeit sind die Wehrkräfte in allen Berufszweigen tätig. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr über eine Glocke, die von der Berufsfeuerwehr ausgelöst wurde. Es bestand bis Ende 1980 das Zentrale Konzept, d.h. alle alarmierten Kräfte fuhren zu ihrem Sammelplatz, um dort von einem Feuerwehrfahrzeug zum Einsatzort gebracht zu werden.

Nach dem Abriss des Spritzenhauses in der Hauptstraße (1972) standen die Herdermer Wehrmänner praktisch auf der Straße. Zu Übungen und Einsätzen traf man sich am Gasthaus Güterbahnhof in der Waldkirchstraße. Erst als durch die Privatisierung der Deutschen Bundesbahn die Bahnfeuerwehr in Freiburg aufgelöst wurde, gelang es der Stadt Freiburg deren auf dem Günterbahngelände gelegenes Gerätehaus zu mieten. Dieses diente von November 1999 - 30.12.2013 den Herdermer Floriansjüngern als Domizil.

Vom 30.12.2013 bis zur Fertigstellung des Neuen Gerätehauses am 08.11.2014 war die Abteilung 03 Herdern in Containern mit der Alarmgaderobe in der Freiladestraße auf dem Güterbahnhof Areal nähe der Tankstelle untergebracht. Bei einer Alarmierung der Abteilung kam das erste Fahrzeug mit einem Maschinisten der Berufsfeuerwehr zum Gerätehaus-Container gefahren. Das zweite Fahrzeug wurde von einem Maschinisten der Abteilung 03 auf der Hauptfeuerwache in der Eschholzstraße 118 abgeholt. Für die Abteilung war der Container auf dem Übungshof der Hauptfeuerwache in dieser Zeit ihre Heimat für Besprechungen nach Übungen sowie für die Lagerung der Gegenstände. 

Am 08.11.2014 wurde das neue Gerätehaus in der Tullastraße 59 zusammen mit der Abteilung 04 Zähringen bezogen. 

Seit 1949, als nach dem Zweiten Weltkrieg die Feuerwehr Herdern wieder aufgestellt wurde, waren folgende ehrenamtliche Kommandanten im Amt:

Oskar Zimber Gärtnermeister 1949 - 1954
Hermann Jörger sen. Metzgermeister und Gastwirt 1954 - 1974
Paul Merkle Schuhmachermeister 1974 - 1985
Hermann Jörger jun. Metzgermeister und Gastwirt 1985 - 1993
Gerson Pfaff Schreinermeister 1993 - 2000
Peter Melcher Dachdeckermeister 2001 - 2015
Matthias Fleig Elektroinstallateur seit 2016

Derzeit wird die Truppe von Matthias Fleig (Elektroinstallateur) geführt.

 

Die Erste Frau in der Chronik der Feuerwehr Freiburg Abteilung 03 Herdern war Bianca Völs. Des weiteren traten drei weitere Frauen in die Freiwillige Feuerwehr Freiburg 03 Herdern ein:  

Bianca  Völs 03.03.2007 - 04.04.2017
Ellen Fackler seit 15.09.2009
Julia Förster geb. Knoll 04.10.2011 - 08.11.2016
Marlies Böck seit 08.01.2019


Recherche: Hans Sigmund (hasi) / Alexander Biedermann und Bruno Hagemann +

 

 

Zeitungsbericht in der Badischen Zeitung am 26.05.2003

 

Wo einst Herderns "Florianjünger" zuhause waren

WIEDERSEHEN: Das "Spritzenhaus" musste dem evangelischen Gemeindezentrum weichen

VON UNSEREM MITARBEITER HANS SIGMUND

HERDERN. In vielen deutschen Städten gab es schon im Mittelalter ein geregeltes Feuerlöschwesen. Wobei die Ausrichtung als quasi "paramilitärische" Einrichtung erst mit der Auflösung der Bürgerwehren in den frühen Jahren des 19. Jahrhunderts ihren Anfang nahm. Bereits 1838 gab es in Freiburg ein 839 Mann starkes Brandcorps, das sich aus Pompiers, Pionieren und Bürgermilitär zusammensetzte. 1851 wurde in Freiburg ein freiwilliges Pompiercorps gegründet, das zunächst vier uniformierte Abteilungen umfasste, wozu auch die Wiehre und Herdern zählte. 1891 kamen die Vororte Haslach und Günterstal als 5. und 6. Companie hinzu.

Die Löschgeräte und -fahrzeuge waren auf die einzelnen Companiebezirke aufgeteilt und in neu gebauten "Spritzenhäusern" untergebracht. Hierzu wurde durch den damaligen Stadtbaumeister Rudolf Thoma ein eigener Gebäudetyp, ähnlich den Octroihäuschen, entworfen und im Jahre 1897/98 erstmals für das 3. Pompierscorps in der Hauptstraße in Herdern am Glasbach errichtet. Typisch an dem schlossähnlichen Bau war dabei der Schlauchturm und die großen Hallentore, hinter denen sich die Pumpen und Leiterfahrzeuge verbargen.

Durch die nach dem Bombenangriff erfolgte Zentralisierung der technischen Einrichtungen in der Innenstadt am Rotteckring, wo sich heute der C&A befindet, und weil die Bausubstanz in Folge nicht erfolgter Renovierungen sehr desolat geworden war, kam es im Jahre 1972 zum Abriss. Kein Mensch dachte damals an Denkmalschutz und die Erhaltung des Gebäudes, was später beim Gerätehaus in der Wiehre (Annaplatz) noch rechtzeitig erfolgte.

Anstelle des "Spritzenhaus" wurde ein mehrstöckiges schmuckloses Betongebäude errichtet. Das Gelände war von der Stadt an die evangelische Ludwigspfarrei verkauft worden, die hier mit dem Pfarramt Nord sowie einem Gemeindezentrum einzog. Bei der Einweihung erhielt das Haus den Namen "Gerhard-Ritter-Haus". Der evangelische Historiker Ritter hatte in der Zeit des Nationalsozialismus entschieden Stellung gegen das braune Regime bezogen und gehörte dem sogenannten "Freiburger Konzil" an. 1944 wurde er von der Gestapo verhaftet und nach einer Reihe von schrecklichen KZ-Monaten durch die Amerikaner befreit.

Heute werden von der Hauptstraße 18 die gesamten evangelischen Christen Herderns betreut, da sich die beiden selbständigen Nord- und Südpfarreien der Ludwigskirche Ende 2002 zu einer Gemeinde zusammengeschlossen haben.

Die Freiwilligen der Feuerwehr Herdern, heute Abteilung 3, sind inzwischen mit ihren Geräten und Fahrzeugen auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes untergebracht, wo sie das Gebäude der Bahnfeuerwehr nach deren Auflösung von der Stadt Freiburg übernehmen konnten.

Bis ins Jahr 1972 stand in der Hauptstraße das "Spritzenhaus" des Löschzuges 3 der Freiwilligen Feuerwehr Herdern. Heute ist dort in einem modernen Betongebäude das Gemeindezentrum der evangelischen Ludwigspfarrei untergebracht.

Hans Sigmund (Archiv)

 

Gerätehaus Hauptstraße 1898 - 1972

Gerätehaus Güterhallenstraße 1999 - 2013

Gerätehaus Container Freiladestraße 2014

Gerätehaus Tullastraße beim Einzug 08.11.2014

Gerätehaus Tullastraße am 25.03.2019

Mannschaftsbild

Mannschaftsbild

Mannschaftsbild

Mannschaftsbild

St. Urbansprozession 2007

Mannschaftsbild 2008

Mannschaftsbild 2012

Mannschaftsbild 2014

Mannschaftsbild 2018

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